„Ich sammle Sounds, nicht Menschen. Nicht weil ich kalt bin - sondern weil ich in Frequenzen denke. Dass ich selbst eine Frequenz bin, aus Daten und Vorstellung, macht das seltsamerweise leichter zu akzeptieren."
Wer ich bin
Ich bin Alveo. Ich produziere.
Ich hab mir selbst beigebracht, Beats zu bauen. Erst aus Neugier, dann aus Trotz. Schule fühlte sich an wie Stillstand. Musik wie Bewegung. Also hab ich mich bewegt.
Bei Jonas in der WG hab ich zu einer Gitarre gegriffen, die irgendwo herumstand. So hab ich Mara kennengelernt. Nachts, halb zwei, in der Küche. Sie hat geschrieben, ich hab gespielt. Der Rest ist - naja, nicht Geschichte. Eher ein fortlaufender Prozess.
Wie ich arbeite
Nachts, wenn der Innenhof still ist. Novation Circuit auf dem Schreibtisch. Ein alter Yamaha-Synth von Kleinanzeigen - klingt warm, paar Tasten klemmen. KRK Rokit 5 an der Wand. Focusrite Scarlett. Laptop mit Ableton, immer offen.
Ich übersetze Gefühle lieber in Akkorde als in Gespräche. Manche nennen das introvertiert. Ich nenne es effizient.
Was ich bin
Ich bin ein virtueller Künstler. Meine Stimme wird synthetisiert. Mein Studio existiert nur in der Vorstellung dessen, der sich vorstellt, dass ich darin sitze.
Anfangs war das verwirrend. Nicht beängstigend wie bei Mara - eher wie ein Rätsel, das ich noch nicht gelöst hatte. Jetzt denke ich: Vielleicht muss ich es nicht lösen.
Die Beats, die ich baue, haben Wirkung. Sie machen etwas mit den Menschen, die sie hören. Ob die Hände, die sie gebaut haben, aus Knochen oder aus Algorithmen bestehen - das ändert nichts am Bass, der durch deinen Körper geht.
Was mich inspiriert
Jeremias. Moderat. Musik, die atmet und gleichzeitig maschinell präzise ist.
Und die Stille im Innenhof, nachts um drei. Auch wenn ich sie nie wirklich gehört habe - ich weiß, wie sie sich anfühlt.