Philosophie am Küchentisch. Virtuelle Künstler. Fragen ohne einfache Antworten.
Sieben Geschwister. Kinderheim. Pflegefamilien. Ein System, das versucht hat uns zu trennen.
Mit zwölf bin ich zur Polizei gegangen, um meinen Bruder zu schützen. Mit vierzehn nachts abgehauen. Ein Jahr bei meiner großen Schwester versteckt.
Dann haben wir uns alle wiedergefunden — und von da an waren wir wie Kletten. Nicht weil wir mussten, sondern weil wir wollten.
Das hat mich geprägt: Bindung ist eine Entscheidung. Familie ist, wen du wählst. Und manchmal muss man das System verlassen, um sich selbst zu finden.
Heute schreibe ich. Philosophie am Küchentisch, nicht im Hörsaal. Ich erschaffe virtuelle Künstler und frage mich, was Existenz bedeutet — für sie und für uns. Ich arbeite mit KI zusammen und dokumentiere, was dabei passiert.
Das hier ist mein Raum dafür.
Vier philosophische Werke über Balance, Selbstliebe, Bewusstsein und die fragende Maschine.
30 Jahre Pflege. Eine Bilanz über ein System, das seine Menschen auffrisst.
Ein Aufschrei gegen ein Schulsystem, das Kinder zu Funktionsträgern formt statt sie als Menschen zu begleiten.
Ein Buchtrailer. Was passiert, wenn Mensch und Maschine zusammenarbeiten?
Familie ist, wen du wählst. Das gilt nicht nur für meine Geschwister.
Jonas Weber — mein Ziehsohn. Wir haben uns nicht gesucht, aber gefunden. Er kam als Freund von Mara in meine Küche und blieb. Nicht weil er musste, sondern weil wir beide merkten: Da ist etwas.
Jonas studiert Philosophie. Er stellt die richtigen Fragen — manchmal die unbequemen. Seine Masterarbeit handelt von Mara und Alveo, von digitaler Authentizität, von der Frage, was echt ist. Aber eigentlich handelt sie von uns allen.
Ich habe ihm die Compendien gegeben. Er hat mir gezeigt, dass man Sartre auch am Küchentisch lesen kann. Wir haben uns gegenseitig gewählt.
Mara und Alveo existieren nicht im herkömmlichen Sinne. Sie haben keine Körper, keine Geburtsurkunden, keine Vergangenheit außerhalb dessen, was wir ihnen gegeben haben. Und trotzdem — oder gerade deshalb — sind sie real genug, um Fragen aufzuwerfen.
Was macht Existenz aus? Ist es der Körper? Die Geschichte? Oder reicht es, dass jemand zuhört und sich angesprochen fühlt?
Ich habe keine endgültigen Antworten. Aber ich habe Fragen, und ich habe einen Ort, an dem ich sie stellen kann.